Das Fahrzeug:
Es handelte sich um einen Volkswagen T4
Transporter (Bus), mit 8 Sitzen. Der Motor ist ein AAZ 1,9
TD. Der Wagen kam von der Bundeswehr und war sehr gut gepflegt.
Die Daten: 1,9L Umwelt-Diesel, EURO2, 50
KW, EZ: 03/1995, hellblau, 5-Gang Schaltgetriebe, Tacho
abgelesen: 187.000 Km, Briefeinträge: 1. Hand, Nichtraucherwagen,
Scheckheftgepflegt, Garagenwagen, Behördenfahrzeug
(Bundeswehr Wehrtwissenschaftliches Institut), TÜV/AU
NEU: 03/2008
Vor dem Umbau:
Grundvoraussetzung für den Pölumbau
ist, daß der Motor mit Diesel einwandfrei läuft.
Ruckeln, Stottern, Rußen, schlechtes Anspringen, hoher
Verbrauch, wenig Leistung,
schlechte Gasannahme, Öl im KW uvm. sind Dinge, die
zuerst repariert werden müssen. Es
hat keinen Sinn, an einem solchen Auto einen Pölumbau
vorzunehmen, die Probleme werden
durch Pöl nicht geheilt.
Was soll der Umbau leisten?
Man muß jederzeit mit 100% Diesel
fahren können. Das erfordert ein Abschalten des
elektrischen Heizers und des Kühlwasserwärmetauschers.
Im Pflanzenölbetrieb hat eine prozesssichere
Lösung dafür Sorge zu tragen, daß selbst
bei tiefen Frosttemperaturen ein Betanken mit reinem Pflanzenöl
gewährleistet ist.
Der technische Umbau:
Der T4 1,9 TD ist ein TurboDiesel Motor
mit Wirbelkammertechnik. Er verfügt über einen
inneren und äußeren Kraftstoffkreislauf. Über
ein Ventil auf dem Dieselfilter wird der Kraftstoffrücklauf
zum Tank unter 25°C kurzgeschlossen. Alleine dadurch
ist der Motor sehr gut für einen Umbau geeignet.
Wie bereits an anderer Stelle beschrieben,
ist es wichtig, eine Kraftstofftemperatur von konstant 75°C
sofort ab Start des Motors zu erhalten.
Ein elektrischer Wärmetauscher sorgt
im inneren Kreislauf unmittelbar vor der Einspritzpumpe
dafür, daß direkt nach dem Start des Motors die
Einspritzpumpe mit warmen Pflanzenöl versorgt wird.
Eine Kontrollleuchte im Cockpit zeigt an,
wenn der elektrische Heizer sich im Heizbetrieb befindet.
Sobald der Motor genügend Eigenwärme
produziert, übernimmt ein Warmwasserwärmetauscher
die Aufheizung des PÖLs. Die Versorgung erfolgt über
den Kühlerkreislauf des Motors. Ein Temperaturfühler
an dem E-Heizer zeigt an, daß genügend Kraftstofftemperatur
vorhanden ist und schaltet den E-Heizer ab. Erst im Teillastbereich
oder bei langsamer Fahrt, wenn die Temperatur des Kraftstoffes
unter 65°C fällt, heizt der elektrische Heizer
wieder dazu.
Das Bild auf der rechten Seite zeigt die
Verlegung des E-Heizers. Der E-Heizer ist vorne in der Halterung
der Pufferstange untergebracht. Von hier ist der Weg zur
Einspritzpumpe geringer als 15cm. Die Steuerung des E-Heizers
verläuft wegen des hohen Stromverbrauches über
ein Relais im Innenraum des Fahrzeuges. Auf dem E-Heizer
ist ein Temperaturfühler befestigt. Er misst ständig
die Kraftstofftemperatur und schaltet oberhalb von 85°C
den Heizer ab. Von dem E-Heizer aus gehen insgesamt eine
6mm² Leitung für die Spannungsversorgung des Heizers,
eine 6mm² Masseleitung, eine 1,5mm² Leitung für
den Steuerkreislauf und die Kraftstoffleitung zum Bateriekasten/
Innenraum.
Das Relais für den Steuerkreislauf
ist direkt im Sicherungskasten untergebracht. Der E-Heizer
(Modell "Sam Hotte") kann von einem Schalter im
Cockpit aus abgeschaltet werden, um mit herkömmlichen
Dieselkraftstoff zu fahren. Die Spannungsversorgung des
Steuerkreislaufes verläuft über einen Abgriff
der Klemme 15 aus dem Relaisträgerkasten. Der Steuerkreislauf
ist über eine fliegende Sicherung abgesichert. Bei
Funktionsstörung (wenn die rote Lampe beim Start nicht
leuchtet) ist zuerst diese Sicherung zu überprüfen.
Der zweite, große Wärmetauscher
ist direkt hinter dem vorderen linken Scheinwerfer im vorderen
Batteriekasten untergebracht. Es handelt sich um einen 30
Platten Kühlwasserwärmetauscher mit einer kinetischen
Leistung von mehr als 2,5 kW.
Da der T4 im Motorraum sehr verbaut ist,
empfiehlt es sich, den Kühlergrill und den linken Scheinwerfer
abzubauen. Durch die Scheinwerferöffnung gelangt man
wesentlich besser in den vorderen Batteriekasten. Hier befindet
sich der Dieselfilter. Der Wärmetauscher ist unmittelbar
links neben dem Dieselfilter befestigt. Der Zulauf der Kraftstoffleitung
vom Tank führt direkt in den Kühlwasserwärmetauscher.
Der Ausgang der Kraftstoffversorgung des Wärmetauschers
führt über einen kleinen Kraftstoffvorfilter zu
dem Serienmäßigen Dieselfilter. Es empfiehlt
sich unbedingt, den Dieselfilter zu erneuern, da eine erhöhte
erforderliche Ansaugkraft durch die Nutzung des PÖLs
absolut freie Leitungen und Filter erfordert.
Der Kühlwasserwärmetauscher kann
für herkömmlichen Dieselbetrieb über einen
Kugelhahn im Batteriekasten (siehe Abbildung rechts) geschlossen
werden. Die Stellung [-->-] auf Durchgang bedeutet, daß
sich der Kühlwasserwärmetauscher im Heizbetrieb
befindet (Pflanzenölbetrieb). Die Stellung [-|-] bedeutet,
daß der Kühlwasserwärmetauscher abgeschaltet
ist und Diesel getankt werden kann. Für den Betrieb
mit Diesel muß auch der E-Heizer über den Schalter
im Cockpit abgeschaltet werden.
Mögliche Störungsbilder: