Das Fahrzeug:
Es handelte sich um einen Mercedes 190D.
Der Motor ist ein 72PS Saugdiesel mit Vorkammereinspritzung.
Tachostand beim Umbau: 186000km.
Gut übertragen kann man natürlich
das Konzept für andere Mercedes Modelle mit denselben
Motoren (DB 115, 123, 124, 200D, 220D, 240D, 250D, 300D,
250TD, 300TD und C-Klasse W201) mit Bosch Reiheneinspritzpumpe.
Grundvoraussetzung für den Pölumbau
ist, daß der Motor mit Diesel einwandfrei läuft.
Ruckeln, Stottern, Rußen, schlechtes Anspringen, hoher
Verbrauch, wenig Leistung,
schlechte Gasannahme, Öl im KW uvm. sind Dinge, die
zuerst repariert werden müssen.
Vor dem Umbau eines jeden Fahrzeuges ist
also sicherzustellen, daß die Kompression, die Einspritzanlage
und auch die Vorglühanlage einwandfrei arbeiten. Ansonsten
werden sich bereits vorhandene Schäden verstärkt
bemerkbar machen.
Was soll der Umbau leisten?
Es handelt sich um einen Umbau im "Eintanksystem".
Es kann sowohl Pflanzenöl als auch herkömmlicher
Diesel in den serienmäßigen Tank getankt werden.
Der Wagen hat im Motorraum einen roten Kugelhahn (siehe
Fotos). Hier kann von Normalbetrieb mit Dieselkraftstoff
auf den Betrieb mit Pflanzenöl/Rapsöl umgestellt
werden. Nach erfolgter Umstellung wird das Pflanzenöl
u.a. über zwei zusätzliche Wärmetauscher
auf etwa 75°C erwärmt. Ist mal (z.B. im Urlaub)
kein Pflanzenöl verfügbar, kann wieder auf Dieselbetrieb
umgestellt werden.
Im Pflanzenölbetrieb hat eine prozesssichere
Lösung dafür Sorge zu tragen, daß selbst
bei tiefen Frosttemperaturen ein Betanken mit reinem Pflanzenöl
gewährleistet ist.
Der technische Umbau:
Wie bereits an anderer Stelle beschrieben,
ist es wichtig, eine Kraftstofftemperatur von konstant 75°C
sofort ab Start des Motors zu erhalten.
Ein elektrischer Wärmetauscher sorgt
unmittelbar vor der Einspritzpumpe dafür, daß
direkt nach dem Start des Motors die Einspritzpumpe mit
warmen Pflanzenöl versorgt wird.
Eine Kontrollleuchte im Cockpit zeigt an,
wenn der elektrische Heizer sich im Heizbetrieb befindet.
Sobald der Motor genügend Eigenwärme
produziert, übernimmt ein Warmwasserwärmetauscher
die Aufheizung des PÖLs. Die Versorgung erfolgt über
den Kühlerkreislauf des Motors. Ein Temperaturfühler
an dem E-Heizer zeigt an, daß genügend Kraftstofftemperatur
vorhanden ist und schaltet den E-Heizer ab. Erst im Teillastbereich
oder bei langsamer Fahrt, wenn die Temperatur des Kraftstoffes
unter 65°C fällt, heizt der elektrische Heizer
wieder dazu.
Der zweite Wärmetauscher
aus dem Audi A8 ist links neben dem Motor untergebracht.
Es handelt sich um einen 12 Platten Kühlwasserwärmetauscher
mit einer kinetischen Leistung von mehr als 2 kW.
Der Umbau zusammengefasst:
1) Thermostat für den serienmässigen
Kraftstoff-Wärmetauscher überbrückt
2) zusätzlicher Kraftstoffwärmetauscher WT A8
von Audi eingebaut. Der Einbau erfolgte im Kreislauf der
Warmwasserheizung.
3) Kraftstofffilter gewechselt
Nach 3 Monaten:
4) elektrischen Zusatzheizer Modell "Sam Hotte"
installiert für die Kaltstartphase
Der Kühlwasserwärmetauscher kann
für herkömmlichen Dieselbetrieb über einen
Kugelhahn im Batteriekasten (siehe Abbildung rechts) geschlossen
werden. Die Stellung [-->-] auf Durchgang bedeutet, daß
sich der Kühlwasserwärmetauscher im Heizbetrieb
befindet (Pflanzenölbetrieb). Die Stellung [-|-] bedeutet,
daß der Kühlwasserwärmetauscher abgeschaltet
ist und Diesel getankt werden kann. Für den Betrieb
mit Diesel muß auch der E-Heizer über den Schalter
im Cockpit abgeschaltet werden.
Mögliche Störungsbilder: