Pöl-Umbau eines VW T4 Pritsche 2,4 Diesel

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Das Fahrzeug:

Es handelte sich um eine Volkswagen T4 Pritsche. Der Motor ist ein 2,4 Liter Fünf-Zylinder Diesel. Baujahr 1999. Kilometerleistung 65000km.

Vor dem Umbau:

Diese Beschreibung bezieht sich auf den VW T4 2,4 l Diesel.

Grundvoraussetzung für den Pölumbau ist, daß der Motor mit Diesel einwandfrei läuft.
Ruckeln, Stottern, Rußen, schlechtes Anspringen, hoher Verbrauch, wenig Leistung,
schlechte Gasannahme, Öl im KW uvm. sind Dinge, die zuerst repariert werden müssen. Es
hat keinen Sinn, an einem solchen Auto einen Pölumbau vorzunehmen, die Probleme werden
durch Pöl nicht geheilt.

Vor dem Umbau eines jeden Fahrzeuges ist also sicherzustellen, daß die Kompression, die Einspritzanlage und auch die Vorglühanlage einwandfrei arbeiten. Ansonsten werden sich bereits vorhandene Schäden verstärkt bemerkbar machen.

Was soll der Umbau leisten?

Man muß jederzeit mit 100% Diesel fahren können. Das erfordert ein Abschalten des
elektrischen Heizers und des Kühlwasserwärmetauschers.

Im Pflanzenölbetrieb hat eine prozesssichere Lösung dafür Sorge zu tragen, daß selbst bei tiefen Frosttemperaturen ein Betanken mit reinem Pflanzenöl gewährleistet ist.

Der technische Umbau:

Der T4 2,4 D ist ein Diesel- Motor mit Wirbelkammertechnik. Er verfügt über einen inneren und äußeren Kraftstoffkreislauf. Über ein Ventil auf dem Dieselfilter wird der Kraftstoffrücklauf zum Tank unter 25°C kurzgeschlossen. Alleine dadurch ist der Motor sehr gut für einen Umbau geeignet.

Ein elektrischer Wärmetauscher sorgt im inneren Kreislauf unmittelbar vor der Einspritzpumpe dafür, daß direkt nach dem Start des Motors die Einspritzpumpe mit warmen Pflanzenöl versorgt wird.

Eine Kontrollleuchte im Cockpit zeigt an, wenn der elektrische Heizer sich im Heizbetrieb befindet.

Sobald der Motor genügend Eigenwärme produziert, übernimmt ein Warmwasserwärmetauscher die Aufheizung des PÖLs. Die Versorgung erfolgt über den Kühlerkreislauf des Motors. Ein Temperaturfühler an dem E-Heizer zeigt an, daß genügend Kraftstofftemperatur vorhanden ist und schaltet den E-Heizer ab. Erst im Teillastbereich oder bei langsamer Fahrt, wenn die Temperatur des Kraftstoffes unter 65°C fällt, heizt der elektrische Heizer wieder dazu.

Das Bild auf der rechten Seite zeigt die Verlegung des E-Heizers. Der E-Heizer ist vorne direkt an der Einspritzpumpe untergebracht. Von hier ist der Weg zur Einspritzpumpe geringer als 3cm. Die Steuerung des E-Heizers verläuft wegen des hohen Stromverbrauches über ein Relais im Innenraum des Fahrzeuges. Auf dem E-Heizer ist ein Temperaturfühler befestigt. Er misst ständig die Kraftstofftemperatur und schaltet oberhalb von 85°C den Heizer ab. Von dem E-Heizer aus gehen insgesamt eine 6mm² Leitung für die Spannungsversorgung des Heizers, eine 6mm² Masseleitung, eine 1,5mm² Leitung für den Steuerkreislauf und die Kraftstoffleitung zum Bateriekasten/ Innenraum.

Das Relais für den Steuerkreislauf ist direkt im Sicherungskasten untergebracht. Der E-Heizer (Modell "Sam Hotte") kann von einem Schalter im Cockpit aus abgeschaltet werden, um mit herkömmlichen Dieselkraftstoff zu fahren. Die Spannungsversorgung des Steuerkreislaufes verläuft über einen Abgriff der Klemme 15 aus dem Relaisträgerkasten. Der Steuerkreislauf ist über eine fliegende Sicherung abgesichert. Bei Funktionsstörung (wenn die rote Lampe beim Start nicht leuchtet) ist zuerst diese Sicherung zu überprüfen.

Der zweite Wärmetauscher ist direkt hinter dem vorderen linken Scheinwerfer im vorderen Batteriekasten untergebracht. Es handelt sich um den VW Touareg Kühlwasserwärmetauscher mit einer kinetischen Leistung von mehr als 2 kW.

Da der T4 im Motorraum sehr verbaut ist, empfiehlt es sich, den Kühlergrill und den linken Scheinwerfer abzubauen. Durch die Scheinwerferöffnung gelangt man wesentlich besser in den vorderen Batteriekasten. Hier befindet sich der Dieselfilter. Der Wärmetauscher ist unmittelbar links neben dem Dieselfilter befestigt. Der Zulauf der Kraftstoffleitung vom Tank führt direkt in den Kühlwasserwärmetauscher. Der Ausgang der Kraftstoffversorgung des Wärmetauschers führt über einen kleinen Kraftstoffvorfilter zu dem Serienmäßigen Dieselfilter. Es empfiehlt sich unbedingt, den Dieselfilter zu erneuern, da eine erhöhte erforderliche Ansaugkraft durch die Nutzung des PÖLs absolut freie Leitungen und Filter erfordert.

Der Kühlwasserwärmetauscher kann für herkömmlichen Dieselbetrieb über einen Kugelhahn im Batteriekasten (siehe Abbildung rechts) geschlossen werden. Die Stellung [-->-] auf Durchgang bedeutet, daß sich der Kühlwasserwärmetauscher im Heizbetrieb befindet (Pflanzenölbetrieb). Die Stellung [-|-] bedeutet, daß der Kühlwasserwärmetauscher abgeschaltet ist und Diesel getankt werden kann. Für den Betrieb mit Diesel muß auch der E-Heizer über den Schalter im Cockpit abgeschaltet werden.

Mögliche Störungsbilder:

  • rote Lampe leuchtet nicht im kalten Zustand des Motors: ACHTUNG! Gefahr von Motorschaden! Der E-Heizer ist außer Funktion. Behebung: Fliegende Sicherung (10A) im Sicherungskasten überprüfen, Sicherung der Klemme 30 (50A) im vorderen Batteriekasten überprüfen, Glühkerzen am E-Heizer auf Funktion überprüfen. Strom und Kabelverlegung überprüfen.
  • Motor stottert: Undichtigkeit in der Kraftstoffleitung führt zu Lufteintritt. Die Saugwirkung lässt nach. Behebung: Alle Schlauchschellen und die Kraftstofffilter überprüfen. Gewinde am Wärmetauscher auf Dichtigkeit überprüfen. Filter im Tank auf Verunreinigung prüfen und ggf. auswechseln.
  • Motor hat Kühlwasserverlust: Behebung: Kühlwasserversorgung zum und vom Kühlwasserwärmetauscher auf Dichtigkeit überprüfen und ggf. Schlauchschellen nachziehen.
  • Darüberhinaus ist ein etwas erhöhtes Ölwechselintervall alle 10000km nicht von Schaden.