Pöl-Umbau eines Opel Corsa 1,7D Bundeswehr

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Das Fahrzeug:

Es handelte sich um eine Opel Corsa 1,7 Diesel. Baujahr 1998. Kilometerleistung 135.000km.

Der technische Umbau:

Der Opel Corsa 1,7D ist ein Diesel- Motor mit Wirbelkammertechnik. Der 1,7D verfügt über einen serienmäßigen Filterheizer des Dieselfilters. Durch diesen Filterheizer soll ein parafinieren des Diesels im Winter bei tiefem Dauerfrost vorgebeugt werden. Aber für eine zuverlässige Aufheizung des Pflanzenöles hat der Filterheizer zu wenig Leistung.

Deshalb wird wieder ein elektrischer Wärmetauscher unmittelbar vor der Einspritzpumpe verbaut, so daß direkt nach dem Start des Motors die Einspritzpumpe mit warmen Pflanzenöl versorgt wird.

Eine Kontrollleuchte im Cockpit zeigt an, wenn der elektrische Heizer sich im Heizbetrieb befindet.

Sobald der Motor genügend Eigenwärme produziert, übernimmt ein Warmwasserwärmetauscher aus dem VW Touareg die Aufheizung des PÖLs. Die Versorgung erfolgt über den Kühlerkreislauf des Motors. Ein Temperaturfühler an dem E-Heizer zeigt an, daß genügend Kraftstofftemperatur vorhanden ist und schaltet den E-Heizer ab. Erst im Teillastbereich oder bei langsamer Fahrt, wenn die Temperatur des Kraftstoffes unter 65°C fällt, heizt der elektrische Heizer wieder dazu.

Der E-Heizer ist vorne hinter dem Motorblock, unter dem Ansaugtrakt an der Einspritzpumpe untergebracht. Von hier ist der Weg zur Einspritzpumpe geringer als 3cm. Die Steuerung des E-Heizers verläuft wegen des hohen Stromverbrauches über ein Relais im Innenraum des Fahrzeuges. Auf dem E-Heizer ist ein Temperaturfühler befestigt. Er misst ständig die Kraftstofftemperatur und schaltet oberhalb von 85°C den Heizer ab. Von dem E-Heizer aus gehen insgesamt eine 6mm² Leitung für die Spannungsversorgung des Heizers, eine 6mm² Masseleitung, eine 1,5mm² Leitung für den Steuerkreislauf in den Innenraum zum Sicherungskasten.

Das Relais für den Steuerkreislauf ist direkt im Sicherungskasten untergebracht. Der E-Heizer kann von einem Schalter im Cockpit aus abgeschaltet werden, um mit herkömmlichen Dieselkraftstoff zu fahren. Die Spannungsversorgung des Steuerkreislaufes verläuft über einen Abgriff der Klemme 15 aus dem Relaisträgerkasten. Der Steuerkreislauf ist über eine fliegende Sicherung abgesichert. Bei Funktionsstörung (wenn die gelbe Lampe beim Start nicht leuchtet) ist zuerst diese Sicherung zu überprüfen.

Der zweite Wärmetauscher ist direkt vor dem serienmäßigen Dieselfilter untergebracht. Es handelt sich um den VW Touareg Kühlwasserwärmetauscher mit einer kinetischen Leistung von mehr als 2 kW. Der Zulauf der Kraftstoffleitung vom Tank führt direkt in den Kühlwasserwärmetauscher. Der Ausgang der Kraftstoffversorgung des Wärmetauschers führt über einen kleinen Kraftstoffvorfilter zu dem Serienmäßigen Dieselfilter.

Der Kühlwasserwärmetauscher kann für herkömmlichen Dieselbetrieb über einen Kugelhahn im Batteriekasten (siehe Abbildung rechts) geschlossen werden. Die Stellung [-->-] auf Durchgang bedeutet, daß sich der Kühlwasserwärmetauscher im Heizbetrieb befindet (Pflanzenölbetrieb). Die Stellung [-|-] bedeutet, daß der Kühlwasserwärmetauscher abgeschaltet ist und Diesel getankt werden kann. Für den Betrieb mit Diesel muß auch der E-Heizer über den Schalter im Cockpit abgeschaltet werden.

Mögliche Störungsbilder:

  • gelbe Lampe leuchtet nicht im kalten Zustand des Motors: ACHTUNG! Gefahr von Motorschaden! Der E-Heizer ist außer Funktion. Behebung: Fliegende Sicherung (10A) im Sicherungskasten überprüfen, Sicherung der Klemme 30 (50A) im vorderen Batteriekasten überprüfen, Glühkerzen am E-Heizer auf Funktion überprüfen. Strom und Kabelverlegung überprüfen.
  • Motor stottert: Undichtigkeit in der Kraftstoffleitung führt zu Lufteintritt. Die Saugwirkung lässt nach. Behebung: Alle Schlauchschellen und die Kraftstofffilter überprüfen. Gewinde am Wärmetauscher auf Dichtigkeit überprüfen. Filter im Tank auf Verunreinigung prüfen und ggf. auswechseln.
  • Motor hat Kühlwasserverlust: Behebung: Kühlwasserversorgung zum und vom Kühlwasserwärmetauscher auf Dichtigkeit überprüfen und ggf. Schlauchschellen nachziehen.
  • Darüberhinaus ist ein etwas erhöhtes Ölwechselintervall alle 10000km nicht von Schaden.